Tyron Zeuge Verteidigte Seinen WBA Gürtel In Wetzlar

Was bei dieser Ansetzung kaum anders zu erwarten war: Mit einem deutlichen Punktsieg über den Briten Paul Smith bleibt Tyron Zeuge im Besitz des regulären WBA-Titels im Supermittelgewicht. Die 3 Punktrichter werteten einheitlich mit 119:108. Ein diesem Kampf zu 100% entsprechendes Urteil. Der Gast aus Großbritannien hat maximal eine Runde für sich verbuchen können und ging einmal zu Boden.

Mit diesem Sieg sollte wohl der etwas angekratzte Ruf des Brähmer-Schützlings wieder hergestellt werden. Im letzten Kampf Zeuges gab es nur einen Abbruch-Sieg für den WBA-Titelträger gegen den Nigerianer Isaac Ekpo. Zeuge führte zwar nach Punkten, verlor dann aber wegen eines Cuts nach einem Kopfstoß völlig die Nerven. Hinterher war die Kritik an der boxerischen und persönlichen Reife Zeuges groß. Jetzt musste im nächsten Kampf ein überzeugender Zeuge-Sieg her. Man besann sich auf den Briten Smith, der wie von Geisterhand im WBA-Ranking auf #5 auftauchte. Nach 3 Niederlagen gegen Abarham (2x) und Ward gelangen ihm 2016 gleich 3 stolze Siege gegen Journeymänner. Das reichte aus, um zumindest bei der WBA soviel Eindruck zu schinden, dass man ihn in die Top 10 hievte.

Smith, der vor dem Kampf die üblichen großen Töne von sich gab, sah gegen Zeuge keinen Stich. Man konnte deutlich sehen, dass der Berliner seine Arbeit mit der Führhand deutlich verbessern konnte und sich Smith damit erfolgreich vom Leibe hielt. Es gelang Smith nicht einmal ansatzweise, Zeuge wie geplant ins „tiefe Wasser“ zu ziehen. Zum Glück kam es deswegen auch zu keinem erneuten Kopfstoß wie gegen Ekpo. Man möchte sich das Drama gar nicht vorstellen, falls Zeuge im Infight erneut einen Cut bekommen hätte.

Nach dem Kampf waren diesmal Alle voll des Lobes für Zeuge. Wenn man nur diesen Kampf dabei sieht, war es ja auch ein Erfolg. Der gute Ruf ist wieder hergestellt. Vergessen ist das wenig weltmeisterliche Dilemma gegen Ekpo. Sowohl in offiziellen Medien, als auch in den Kommentaren in sozialen Netzwerken wird der Sieg und die Leistung Zeuges gefeiert.

Promoter Kalle Sauerland: „Tyron hat uns heute unglaublich stolz gemacht und er hat bewiesen, dass man sich auf ihn verlassen kann.“

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Trainer Jürgen Brähmer: „Tyron hat heute genau so geboxt, wie ich mir das vorstelle. Vor allem ist er stabil geblieben und hat von der ersten bis zur letzten Sekunde konstant starkes Boxen abgeliefert.“

Smith-Promoter Eddie Hearn: „Tyron ist die neue Generation im Supermittelgewicht in Deutschland. Er hat aus meiner Sicht eine große Zukunft vor sich. (…) Das deutsche Boxen lebt. Deutschland hat wieder eine echte Perle.“

Sauerland-Cheftrainer Ulli Wegner: „Tyron war ganz große Klasse. Ich habe lange keinen deutschen Boxer gesehen, der so großartig geboxt hat. Sein Trainer hat ihn super eingestellt. Gratulation an Beide.“

Aber was kommt nach diesem Kampf? Auf ran.de wird gesagt, es gäbe 2 naheliegende Optionen. Zum Einen wäre da ein Rematch gegen Ekpo. Andererseits wird eine mögliche Teilnahme an dem angeblichen 50 Millionen Dollar Turnier erwähnt. Während das Eine naheliegend ist und auf Zeuges „to-do-Liste“ für 2017 stehen sollte, muss man wohl wegen der Turnier-Teilnahme etwas skeptischer sein. Zeuge würde dort höchstwahrscheinlich den Boxern begegnen, die tatsächlich weltmeisterlich boxen und nicht nur gegen handverlesene Gegner wie einen gewissen Paul Smith überzeugend gewinnen. Die WBA pocht jedenfalls erst einmal auf ein Rematch gegen Isaac Ekpo. Das soll von jetzt an binnen 120 Tagen über die Bühne gehen. Es sei denn, Sauerland kauft ihn da irgendwie raus um ihn in das Turnier zu schicken.

Eine dritte Option bleibt allerdings vollkommen unerwähnt: Wenn die WBA tatsächlich ihre geplante Titelreduzierung in allen Gewichtsklassen durchziehen will, muss sie demnächst auch einen Pflichtkampf zwischen Superchamp Groves und dem regulären Weltmeister anordnen. Falls es dann immernoch Tyron Zeuge ist, dürfte das wohl die spannendste Aufgabe seines bisherigen Boxerlebens werden.

Aus deutscher Fan-Sicht wäre vielleicht auch ein Duell gegen Wegners-Ex-Lieblingsboxer Dominik Britsch ganz interessant. Wenn man dem entgegen hält, Britsch wäre im Moment kein würdiger Herausforderer, dann sollte man der Ehrlichkeit halber zugeben, dass Paul Smith das nicht oder eben auch nur auf dem Papier war.

Source : http://www.boxen.de/news/tyron-zeuge-verteidigte-seinen-wba-guertel-in-wetzlar-40672

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