Nordkorea Und Venezuela Warum Trump Droht

Erst Nordkorea - und jetzt hat US-Präsident Trump auch bei Venezuela eine militärische Lösung nicht ausgeschlossen. Im Wahlkampf hatte er noch vor Militärinterventionen im Ausland gewarnt. Was steckt hinter Trumps kriegerischer Rhetorik?

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

US-Präsident Donald Trump genießt seinen Arbeitsurlaub im Trump-Golf-Ressort in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. Bestens gelaunt hat er in den vergangenen zwei Tagen den Journalisten über 50 Fragen beantwortet - mehr als in den vergangenen Monaten. Während die Welt den Atem anhält, gefällt sich Trump in der Rolle des starken Präsidenten, der unbequeme Diktatoren und missliebige Länder unter Druck setzt. Zumal die Medien seit Tagen nicht mehr über seine Russland-Kontakte berichtet haben.

Stattdessen wird sein Telefonat mit dem Gouverneur von Guam übertragen. "Wir stehen zu 1000 Prozent hinter ihnen", versichert ihm Trump, "Sie sind sicher!" Zuvor wurden Broschüren an die Bevölkerung von Guam verteilt mit Verhaltensregeln für den Fall eines nordkoreanischen Atomangriffs: "Schauen Sie nicht in den Blitz oder Feuerball!", heißt es da unter anderem, "der könnte sie blenden!" Dennoch prophezeit Trump, dass demnächst zehn Mal mehr Touristen nach Guam kommen.

Und Eddie Calvo, der republikanische Gouverneur von Guam, bedankt sich bei Trump: "Ich habe mich noch nie so sicher und zuversichtlich gefühlt wie mit Ihnen am Ruder. Wir brauchen einen Präsidenten wie Sie. Ich bin so dankbar, dass Sie am Ruder sind!"

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Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel eine militärische Lösung des Nordkorea-Konflikts ablehnt, auch das beeindruckte Trump wenig: "Vielleicht spricht sie für Deutschland. Sie ist mein Freund, eine sehr gute Person, eine sehr gute Frau, eine Freundin von Ivanka. Vielleicht bezieht sie sich auf Deutschland, mit Sicherheit nicht auf die USA."

Eingang von Trumps Golfclub Bedminster  | Bildquelle: AP>

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Das "Weiße Haus" am Golfplatz. >Von Antje Plassenheim.

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Nicht ernst genommen

Im Gegensatz zur Nordkorea-Krise wird die jüngste Drohung gegen Venezuela in den USA nicht ernst genommen. Trump war von einem Journalisten auf Venezuela angesprochen worden, worauf er eher reflexartig antwortete: "Ich werde eine militärische Option nicht ausschließen. Wir haben viele Optionen für Venezuela."

Mit dem Pentagon war dies nicht abgestimmt. Man habe vom Weißen Haus keine Anweisungen für militärische Maßnahmen gegen Venezuela bekommen, hieß es. Auch der republikanische Senator Ben Sasse ließ erklären: "Der Kongress wird keinen Krieg in Venezuela autorisieren."

Bisher tat sich die US-Regierung sogar schwer, Wirtschaftssanktionen gegen das kriselnde Land in Südamerika zu verhängen. Zwar wurde das Vermögen des sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro in den USA eingefroren. Doch harte Wirtschaftssanktionen scheiterten bislang am Widerstand der Ölindustrie in den USA. US-Raffinerien machen immer noch gute Geschäfte mit schwerem Rohöl aus Venezuela. Außerdem wollen die USA einen Flüchtlingsansturm aus Venezuela vermeiden.

Manche Experten vermuten, Trumps kriegerische Rhetorik verfolge ein ganz anderes Ziel: China solle verdeutlicht werden, dass es der neue Mann im Weißen Haus ernst meint. Denn letztlich könne nur China Nordkorea zwingen, sein Atomprogramm aufzugeben. Dazu passen auch Berichte, Trump wolle gegen unfaire Handelspraktiken Chinas vorgehen, sollte China nicht endlich mehr Druck auf Nordkorea ausüben.

Was hinter Trumps Drohungen steckt

M. Ganslmeier, ARD Washington

12.08.2017 19:01 Uhr

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. August 2017 um 23:15 Uhr.

Source : http://www.tagesschau.de/ausland/trump-venezuela-nordkorea-101.html

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