Nach Brand In London Polizei Rechnet Jetzt Mit 79 Toten

Die Zahl der Todesopfer nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower steigt weiter an. Die Polizei rechnet nun mit 79 Toten - doch auch diese Zahl ist nicht endgültig. Am Mittag gedachten die Briten mit einer Schweigeminute der Opfer des Unglücks.

Nach dem Hochhausbrand in London rechnen die Behörden mit 79 Todesopfern. Wie Stuart Cundy von Scotland Yard mitteilte, sei dies die Zahl der Toten und der für tot gehaltenen Vermissten. Sie könnte in den kommenden Tagen sogar noch weiter steigen. Aber die Londoner Polizei erwarte keinen so hohen Anstieg wie dies in den vergangenen Tagen der Fall gewesen sei. Noch immer werden viele Menschen in Krankenhäusern behandelt. Neun von ihnen befanden sich am Wochenende in kritischem Zustand, wie die britische Gesundheitsbehörde NHS mitteilte.

Bislang seien offiziell fünf Opfer identifiziert. Es sei durchaus möglich, dass das nicht bei allen Todesopfern gelingen werde. Die Behörden veröffentlichten Bilder aus dem Inneren des Hochhauses, die das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigen. "Es ist unglaublich schwierig, die Zerstörung in einigen Teilen des Gebäudes zu beschreiben", sagte Cundy.

Der ausgebrannte Grenfell Tower in London von innen | Bildquelle: AP> galerie>

Das Feuer zerstörte das Gebäude fast vollständig. Im Inneren dieser Wohnung ist nichts unversehrt geblieben.

Schweigeminute für die Opfer

Londons Feuerwehrchefin Dany Cotton erklärte BBC Radio, sie verstehe den Frust und das Leid jener Menschen, deren Angehörige noch nicht identifiziert seien. Die Identifizierung der Leichen sei durch das Feuer schwierig. "Deshalb ist es noch wichtiger, dass wir sicherstellen, dass wir dies wohlüberlegt, vorsichtig und gut organisiert durchführen." Es könne noch Tage dauern, bis die Feuerwehr alle Wohnungen erreicht habe.

Der Brand des Grenfell Tower im Stadtteil Kensington stimmt viele Briten auf ihrer Suche nach Antworten ernst und nachdenklich. Am Mittag gedachten sie in einer Schweigeminute der Opfer der Brandkatastrophe. Um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) herrschte in allen öffentlichen Gebäuden Stille.

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Pannen beim Brandschutz

Der Blick in der britischen Hauptstadt richtet sich auf die Klärung der Ursachen und mögliche Lehren für die Zukunft. So geht Schatzkanzler Philip Hammond davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten ist. Sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen waren nach dem Brand des Hochhauses im Stadtteil Kensington in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben. Zudem habe es im Grenfell Tower keine angemessenen Fluchtwege gegeben.

Zahl der Toten steigt auf mindestens 79

S. Pieper, ARD London

19.06.2017 13:15 Uhr

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