Fußball Bundesliga: Wer Alle Spiele Sehen Will, Muss Zwei Abos Abschließen

Noch bevor am Freitag der kommenden Woche die 55. Saison der Fußball-Bundesliga beginnt und der Fan sich dann an neue Übertragungszeiten und mehr Fernsehsender gewöhnen muss, ist die Justiz bereits mit der Problematik des neuen Übertragungsschemas beschäftigt.

> Hoffen und bibbern – ob die Stammkneipe in Zukunft auch die Freitagsspiele des 1. FC Köln zeigt. Dazu benötigen die Wirte das Eurosport-Abo.

Kölner Wirte verunsichert: Eurosport will Angebot doch für Kneipen öffnen

Am Kölner Landgericht entschied ein Richter, dass der Slogan des Bezahlsenders Sky "Alle Spiele, alle Tore" irreführend sei. In einer einstweiligen Verfügung wurde dem Sender untersagt, weiter damit zu werben, dass man sich bei Sky auf "alle Spiele der Fußball-Bundesliga" freuen könne.

Zweiter Bezahlsender

Mit dem US-Unternehmen Discovery und seinem deutschen Ableger Eurosport ist jetzt ein zweiter Bezahlsender im Geschäft. Der sicherte sich für geschätzte 70 Millionen Euro die Live-Rechte an 40 Spielen sowie der Relegation. In den letzten Wochen gab es wiederholt Gespräche zwischen Vertretern beider Bezahlsender, bei denen Sky versuchte, Zweitrechte zu erwerben. Sie alle scheiterten bisher laut Sky, "weil Discovery kein Angebot vorlegte, das auch nur im Ansatz am Markt refinanzierbar wäre". Angeblich wurden mehr als 100 Millionen Euro verlangt. Dabei zahlt Sky bereits 876 Millionen Euro für die Exklusivrechte an den übrigen 266 Spielen und den Begegnungen der 2. Bundesliga.

Die Freitagsspiele

Eurosport überträgt unter anderem die 30 Begegnungen am Freitagabend. Von denen ist das Auftaktspiel in der kommenden Woche zwischen Meister Bayern München und Bayer Leverkusen zudem live im ZDF zu sehen. Ebenso erwarben die Mainzer die zuvor von der ARD gehaltenen Übertragungsrechte an den Freitagsspielen des 17. sowie des 18. Spieltags. Dafür und für die Berichte im "Aktuellen Sportstudio" am späten Samstagabend werden 57 Millionen Euro gezahlt.

Neue Anstoßzeiten

Neben den Freitagsspielen werden auf Eurosport noch die neu ins Bundesligaprogramm genommenen Spiele am Montag (20.30 Uhr) und Sonntagmittag (13.30 Uhr) übertragen. Jeweils fünf wird es davon geben. Sie sollen die Profis, deren Clubs donnerstags in der Europa League im Einsatz sind, entlasten.

Deshalb kommen beide Termine für den 1. FC Köln infrage. Nach dem Auftaktspiel auf europäischer Ebene am 14. September bestreiten die Rheinländer allerdings den Westschlager bei Borussia Dortmund erst am Sonntagabend (17. September). Die Anstoßzeit wurde von 17.30 Uhr auf 18 Uhr verschoben.

Nur drei Tage später erleben die FC-Fans einen weiteren veränderten Spielbeginn. Denn im Rahmen von den nur zwei Englischen Wochen dieser Saison wird an jedem der beiden Dienstags- und Mittwochsspieltage jeweils eine Begegnung bereits um 18.30 Uhr angepfiffen - in diesem Fall zwischen den Kölnern und den Frankfurtern. Die übrigen Begegnungen beginnen dann erst um 20.30 Uhr statt wie bisher um 20 Uhr.

Zersplitterung

Elf Anstoßzeiten - die Aufregung vieler Fans über die Zersplitterung ist groß. Für FC-Sportchef Jörg Schmadtke spielt jedoch der wirtschaftliche Aspekt die bedeutendere Rolle. Schließlich würden die Vereine über zu geringe Fernseheinnahmen klagen - vor allem im Vergleich zum englischen Markt. DFL-Chef Christian Seifert habe nun für Mehreinnahmen durch zusätzliche Vermarktung gesorgt. Es könne nicht sein, dass "wir uns am Ende beschweren, dass wir unter der Dusche nass werden."

Die Sportschau

Zu den wenigen Konstanten bei all den Veränderungen gehört die gute alte Sportschau am Samstagabend ab 18 Uhr in der ARD. Hier dürfen weiterhin die Berichte von den Nachmittagsspielen ab 18.30 Uhr gezeigt werden.

In der Regel sind das fünf Begegnungen, am bereits terminierten vierten Spieltag aber nur vier, weil es dann die Premiere des Sonntagmittagsspiels (Hoffenheim gegen Berlin) gibt.

Wenn es ein Montagsspiel gibt - dies ist vor allem für den Fall vorgesehen, wenn vier deutsche Teilnehmer in der K.o.-Phase der Europa-League stehen -, werden am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr lediglich drei Partien angepfiffen.

Nach wie vor gibt es Zusammenfassungen der Sonntagsspiele ab 21.45 Uhr in den Regionalprogrammen. Sie sind Inhalt des Rechtepakets, für das die ARD nun rund 120 Millionen statt bisher 100 Millionen Euro zahlen muss.

Das Montagsspiel

Wer nicht für das Montagsspiel bezahlen möchte, muss bis nach 23 Uhr warten. Dann darf der zur RTL-Gruppe zählende Nischensender RTL Nitro die Zusammenfassung zeigen. Moderiert wird die Sendung übrigens unter anderem von Laura Wontorra, der Tochter von Fernsehreporter-Urgestein Jörg Wontorra und Ehefrau von FC-Profi Simon Zoller.

Was es kostet

Das Bundesligapaket bei Sky wird trotz reduziertem Programm nach wie vor 19,99 Euro im Monat kosten. Wer dann den Eurosport-Player dazubucht - ein Decoder ähnlich wie der von Sky -, um auch die restlichen 37 aller 306 Saisonspiele live sehen zu können, muss weitere 29,99 Euro (Sonderangebot bis Ende August für die gesamte Saison, danach 59,99 Euro für das Jahr oder 6,99 Euro pro Monat) zahlen. Zusammen sind das also mindestens 269,87 Euro für den Bundesligaspaß.

Zum Vergleich: Wer in England alle 380 Spiele der Premier League sehen möchte, zahlt beim britischen Sky-Sender und beim zur britischen Telekom gehörenden Sender BT Sports rund 600 Euro.

Wie es früher war

Als die Bundesliga am 24. August 1963 begann, erfolgte der Anpfiff aller acht Begegnungen einheitlich samstags um 17 Uhr . Weil es vor allem den Fans zu spät war, zog man den Anpfiff zunächst auf 16 Uhr, ab 1967 auf 15.30 Uhr vor. Anfang der 2000er Jahre begann die Veränderung. Zunächst wurde ein Sonntag-, dann ein Freitagspiel eingeführt. Schließlich kam nach englischem Vorbild das Top-Spiel am Samstagabend . (JoS)

Längster Spieltag

Wenn sich künftig ein Spieltag über rund 74 Stunden vom Freitagabend bis zum Montagabend erstreckt, so ist das gar nichts gegenüber dem längsten Spieltag der Bundesliga-Geschichte. Den gab es in der Saison 1978/79 .

Ursache war ein Schneechaos. Am 20. Januar wurden nur zwei der angesetzten neun Begegnungen des 19. Spieltags ausgetragen. Am 17. Februar folgten zwei weitere Begegnungen, unter anderem der Kölner 1:0-Erfolg in Darmstadt. Am 13. sowie am 14. März ging es mit je einer Partie scheibchenweise weiter . Am 31. März wurde ein weiteres Spiel nachgeholt, bevor am 8. Mai die vorletzte Begegnung anstand.

Aber erst mehr als vier Monate nach dem ursprünglichen Termin wurde am 26. Mai, zwei Wochen vor dem Saisonende, dieletzte Partie des 19. Spieltagsnachgeholt . In der damaligen Saison wurden 46 Spiele wegen des heftigen Winters verschoben. Bis heute ein Rekord. (JoS)

Source : http://www.rundschau-online.de/sport/fussball-bundesliga-wer-alle-spiele-sehen-will--muss-zwei-abos-abschliessen-28156754

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